Über 300 Jahre Donisl – Ein Wirtshaus mit Geschichte

Wenn es um eine 300 Jahre alte Geschichte geht, lohnt es sich schon einmal genauer hin zu hören. Münchens zweitälteste Gaststätte erhält den Namen “Donisl” zwar nicht direkt von Anfang an, aber der Namensgeber Dionysius Haertl hat das Wirtshaus dann nachhaltig geprägt. Seit über 300 Jahren treffen sich im Donisl nun Münchner und Besucher aus aller Welt zum gemütlichen Essen und Trinken – und vor allem zum Verweilen und Genießen.

1715 | Eröffnung der „Bierwirtschaft am Markt“
Die Geschichte des Gebäudes an der Weinstraße reicht bis ins Jahr 1315 zurück. Ursprünglich wurde es als Kornmesserhaus errichtet. 1715 eröffnet Max List aus Ramersdorf hier seine „Bierwirtschaft am Markt“. Damit ist der Donisl die zweitälteste Gaststätte Münchens.

1760 – 1775 | Dionysius Haertl übernimmt das Lokal
Der Wechsel zum neuen Pächter Dionysius Haertl bringt auch einen neuen Namen für die Traditionsgaststätte mit sich: Donisl – Zur alten Hauptwache.

1885 | Brauereibesitzer Georg Pschorr erwirbt die Immobilie
Nachdem Georg Pschorr das Gebäude 1885 erworben und in den Besitz der damaligen Pschorr-Brauerei eingegliedert hat, führte er umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen durch. Die Wirtschaft bleibt so beliebter Anlaufpunkt in der Altstadt.

1945 | Zerstörung, Wiederaufbau und Blütezeit
Im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude in der Weinstraße 1 vollständig zerstört. Der Wiederaufbau erfolgt in den fünfziger Jahren. Von 1985 bis 2012 führt die Familie Wildmoser den Donisl mit Herzblut und Engagement. Sie hält das jahrhundertealte Wirtshaus lebendig, erneuert es immer wieder und bewahrt den Ruf als urtypische Münchner Traditionsgaststätte.

2011 | Investition in einen Traditionsstandort
Ganz bewusst entscheiden sich 2011 die Bayerische Hausbau und die Hacker-Pschorr Brauerei, die Gastronomie-Tradition an diesem Standort zu bewahren. Beiden Partnern ist das eine Herzensangelegenheit und auch eine Verpflichtung gegenüber ihrer Heimatstadt München.

2012 | Neubau mit Erhalt der Fassade geplant
Die Pläne stehen fest: Die charakteristische Fassade mit dem Gemälde des Künstlers Max Lacher und dem Löwenstein-Relief von Marlene Neubauer-Woerner bleibt erhalten, die restlichen Gebäudeteile werden komplett neu errichtet – mitten in der Münchner Altstadt eine echte logistische Herausforderung.

2013 | Beginn der Rückbaumaßnahmen
Der Rückbau beginnt: Im Inneren werden alle Einrichtungen abgetragen. Es folgt der Abbruch der veralteten Bausubstanz.